Silke Ortwein, DGB Regionssekretärin Nordwürttemberg

9. November 2010, Gedenkfeier Synagogengedenkstein

Begrüßung:
Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
Liebe Gedenkende und Inne-Haltende
Kurzum: liebe Anwesende!

Schicksalstag der Deutschen – so nennen manche den 9. November – gab es doch viele besonders herausragende Ereignisse die mit diesem Datum verknüpft sind.
Heute sind es jedoch ausschließlich die Ereignisse des 09. und 10. Novembers 1938 die uns auf Einladung der Friedensbewegung Heilbronn, des evangelischen Jugendwerkes des VVN – Bund der Antifaschistischen Kreis Heilbronn und des DGB hier zusammenkommen lassen.

Zusammenkommen und Gedenken. Wie geht das: Gedenken? – Der Titel der Gedenkstunde: „Wider das Vergessen“ skizziert schon das Ziel: nicht zu vergessen – inne zu halten – nach-zu-denken.
Im jährlichen Erinnern schärfen wir unsere Sinne unsere Wahrnehmung für Entwicklungen und Veränderungen – überprüfen wir unsere aktuelle Situation und auch die eigene innere Haltung: Es gilt das, was geschehen ist in der Erinnerung wach zu halten in der festen Überzeugung, dass so etwas niemals wieder geschehen darf!
In der Überzeugung, dass wir als nachfolgende Generationen einen Auftrag haben aus der Geschichte zu lernen.
Wer gestern die Heilbronner Stimme aufmerksam gelesen hat, konnte ein virtuelles Bild der Synagoge , die hier an diesem Platz stand, bewundern und sogar ein virtueller Rundgang durch dieses besondere Bauwerk ist auf der Homepage der Heilbronner Stimme möglich.
In den frühen Morgenstunden des 10. Novembers 1938 wurde das Gebäude unwiederbringlich zerstört. Diese furchtbare Zerstörung ist jedoch nur ein Teil der geschichtlichen Ereignisse: Mit der sogenannten Reichskristallnacht begann schließlich die systematische Verfolgung, Verschleppung und Tötung der Jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger – eines der dunkelsten Kapitel unserer Geschichte.
 
Wir haben für die heutige Gedenkstunde einen kompetenten Redner.
Herr Peter Hawighorst ist Leiter bzw Geschäftsführer der VHS Heilbronn.
Hier setzt er sich unter anderem auch für den interreligiösen Dialog ein.
Doch auch in seiner vorherigen Aufgabe beim Kulturamt der Stadt Heilbronn hatte er in besonderer Weise Kontakt mit dem heute im Mittelpunkt stehenden Thema: So hat er mir im Vorfeld berichtet, dass er aktiv bei der Wieder-Ansiedlung der jüdischen Gemeinde in Heilbronn mitgewirkt habe.
Diese eigene Befasstheit, die auch eine persönliche„Betroffenheit“ hinterließ macht ihn sicherlich zu einem besonderen Redner und ich bin mit Ihnen gespannt auf das, was er uns nach der Musik der Klezmer-Formation der städtischen Musikschule Heilbronn, anlässlich dieser Gedenkstunde mit auf den Weg geben wird. !
 
 
 

Verabschiedung:
Es ist mir ein Bedürfnis an dieser Stelle einigen Personen besonderes zu danken, die heute an dieser Gedenkstunde mitgewirkt haben:
Unserem Redner: Herrn Peter Hawighorst
Der Klezmer-Formation der städtischen Musikschule Heilbronn
Herrn Werner Winter vom Friedensbüro

…und all denen die sonst noch bei der Vorbereitung und Durchführung aktiv beteiligt waren – und nicht zuletzt bei allen, die mit innegehalten haben um gemeinsam „nachzudenken“.
Wir wollen nun hiermit diese Gedenkfeier beenden – und im Bewusstsein auseinandergehen, dass die Geschichte uns lehrt wachsam zu sein.
 

(es gilt das gesprochene Wort)